Facebook Fans und Follower kaufen – lohnt sich das?

Das Bild zeigt den leeren Markus Platz in Venedig von oben. Zu sehen sind mehrere Tische und Stühle in Reih und Glied. So ähnlich funktionieren die sozialen Netzwerke Facebook, Instagram, Twitter. Sobald der erste Gast sitzt, gesellen sich weitere hinzu.
Soziale Kanäle funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip: Sobald der erste Gast sitzt, gesellen sich weitere dazu. Bei Facebook, Instagram oder Twitter wird manchmal dafür bezahlt und damit gemogelt. Foto: Sonja Möschter

Fans und Follower kaufen – lohnt sich das?

Die Antwort vorweg: Nein! Ganz egal, ob es sich dabei um Facebook, Instagram, Youtube oder Twitter handelt. Auch Dauer leidet Ihr Image – und der eigene Geldbeutel. Profitieren wird in der Regel nur einer: der Vermittler der gekauften Fans und Follower.

Fans und Follower kaufen für kleines Geld

Im Internet tummeln sich eine ganze Reihe von Anbietern, die Ihnen genau das Gegenteil versprechen und in Summe einen hübschen Betrag dafür verlangen, dass sie ihren Social Media Kanal promoten und beliebt machen. Mit nur wenigen Klicks könne man Fans, Follower, Shares, Likes und Kommentare kaufen. Das macht auf den ersten Blick Sinn. Denn bei einer verwaisten Facebook-Seite, bei einem unbeachteten Facebook-Beitrag oder einem einsamen Instagram-Bild halten sich erfahrungsgemäß viele User zurück, den Gefällt-mir-Button zu klicken oder den ersten Kommentar zu schreiben. Ein Effekt wie man ihn schon in einem Straßencafé beobachtet hat: Sobald der erste Gast sitzt, gesellen sich weitere hinzu. Einer muss immer den Anfang machen. Genau das – so das Versprechen – gelinge dem Käufer der Promotion! Einer macht den Anfang, die anderen folgen. Wer seinen Social Media Kanal belebt, macht sich auch bei Google beliebt und steigt im Ranking. So weit die Theorie.

Neue Fanpages haben es am Anfang schwer

Klar, jeder freut sich über viele Fans und Follower. Je mehr davon, desto besser. Dank Facebook und Co können Unternehmen mit Kunden direkt in Kontakt treten, Kundenfeedback sammeln und Ihre Produkte und Ideen klug vermarkten. Fakt ist: Neue Fanpages haben es am Anfang schwer, neue Fans und Follower für sich zu gewinnen. Je mehr Facebook-Fanseiten und Instagram-Profile gibt, desto größer die Konkurrenz um die Aufmerksamkeit möglicher Kunden. Daher werden im Netz Pakete mit Fans und Followern angeboten: Zum Beispiel von 40 deutschen Facebook Fans bis hin zu 20.000 internationalen Facebook Fans und mehr ist alles dabei.

Facebook selbst untersagt in seinen Richtlinien das Kaufen von Facebook-Likes und geht auch dagegen vor. So überprüft Facebook regelmäßig Fanpages und „bereinigt“ sie um die gekauften Fans. Und dabei verlor 2015 zum Beispiel eine Lady Gaga auf die Schnelle mal eben 60.000 Fans. Schlecht fürs Image. Der Spott im Netz ließ nicht lange auf sich warten.

Wie gewinnt man Fans auf Facebook und wie lange dauert das?

Die Wahrheit ist: Man muss sich in Geduld üben und viel Zeit investieren. Neue Fans kommen selten von heute auf morgen. Nicht umsonst kann man teure Social Media Agenturen beauftragen, die das für einen übernehmen. Und auch mit Profis an der Seite kann es dauern, bis die Fanzahlen kontinuierlich nach oben steigen. Da mag es verständlich sein, eine Abkürzung nehmen zu wollen und einfach ein paar Facebook-Fans zu kaufen.

Wer sich erwischen lässt, steht dumm da

Bevor man sich zum Kauf verlocken lässt, sollte man beachten, dass gekaufte Fans recht einfach zu erkennen sind. Auffällig ist, dass eine Seite plötzlich eine große Anzahl neuer Fans hinzubekommen hat. Fantastisch, aber nicht realistisch. In der Regel sind diese neuen Fans inaktive Nutzer und bringen sich auch auf der Facebook-Seite nicht ein. Eine Facebook-Seite mit vielen Fans, aber wenigen Kommentaren, Shares und Likes, macht sich immer schnell verdächtig. Doch es müssen nicht nur Promis wie Lada Gaga, Parteien oder große Unternehmen sein, die ihren Beliebtheitsgrad nach oben pushen wollen. Das betrifft auch das Ego der „Normalos“.

Ein Beispiel: Ein Bekannter auf Facebook hatte 1045 Freunde. Das ist schon beachtlich. Stolz postete er Bilder zu seiner Hochzeit, im Profilbild er und seine Braut, sich küssend, im Hintergrund die wahrscheinlich teure Hochzeitszeremonie an einem schönen Strand irgendwo im Süden. Aber: Die Anzahl der Glückwünsche hielt sich in sehr bescheidenen Grenzen von ungefähr 10 Kommentaren, bei 20 Likes insgesamt. Ein krasses Missverhältnis in der Anzahl seiner Freunde und der Anzahl der Interaktion. Ganz klar, er hat ein paar Freunde hinzugemogelt.

Wodurch zeichnet sich eine „echte“ Fanpage denn aus?

Ein deutsches Unternehmen hat normalerweise den größten Teil der Fans aus Deutschland. Ein gewisser Anteil dieser Fans und Follower wird mit diesem Unternehmen interagieren, zumindest, wenn es aktiv bei Facebook postet und aktive Dialog-Kommunikation betreibt. Erfahrungsgemäß ist eine Interaktionsrate von 1 bis 3 Prozent normal.

Es gibt mehrere Kennzeichen für einen Fake-Account:

  • Weltweite Verteilung der Fans: Die Fans kommen nur zum Teil aus Deutschland, der Rest ist weltweit verteilt
  • Die Herkunftsländer der Fans: Typisch für gekaufte Fans und Follower sind zum Beispiel Indien, Indonesien, Philippinen, Türkei und Brasilien
  • Ungewöhnlicher Schwerpunkt: Die Stadt mit den meisten bzw. aktivsten Fans liegt in einem dieser Länder, obwohl das Unternehmen dort keine nennenswerte Vertretung hat
  • Geringe Interaktion: Nur ein sehr geringer Teil der Fans interagiert auch mit dem Unternehmen
  • Ungewöhnliche Profile: Die User haben kein Profilbild eingestellt.

Es handelt sich häufig um Fake-Accounts von Menschen, die damit Geld verdienen. Oder es sind schlicht und einfach Maschinen, sogenannte Bots.

Fans und Follower kaufen: ein Fass ohne Boden

Wer meint, seinem Social Media Auftritt einen kleinen Push zu geben, kann das ausprobieren oder das Geld gleich zum Fenster hinauswerfen. Denn was passiert, wenn sich der gewünschte Effekt, nämlich weitere „echte“ Fans und Follower zu gewinnen, nicht einstellt? Die Gefahr ist groß, Unsummen für weitere Käufe in Fans und Follower zu investieren. Denn es wird verwundern, wenn beispielsweise der eine Post 100 oder 1000 Mal mit „Gefällt mir“ anklickt wird, der nächste oder übernächste aber nicht. Auf Dauer eine teure Angelegenheit.

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