Jugendwort des Jahres 2016 fly sein

Die Welt der Jugendlichen und das Jugendwort des Jahres, hoffentlich kein Tindergarten. Foto: CCO.
Fly sein! Besonders locker drauf sein! Der Gewinner für das Jugendwort des Jahres überrascht. Foto: CCO

Das Jugendwort des Jahres 2016 ist fly sein

Tindergarten? Hopfensmoothie? Bambusleitung? Fly sein? Ihr versteht nur Bahnhof? Keine Sorge. Wer über 21 ist, soll auch nicht alles verstehen. Es geht um das Jugendwort des Jahres, das seit 2008 immer Ende November gekürt wird.

Der Gewinner dieses Jahres ist „fly sein“. Das soll so viel bedeuten wie etwas oder jemand geht besonders ab, beispielsweise auf der Tanzfläche oder im Skatepark. Der Sieg ist eine Überraschung, denn andere Begriffe wurden klar favorisiert.

Das Jugendwort des Jahres ist ein Spiel mit der Sprache – und eine jährliche Marketing-Aktion des Langenscheidt-Verlags. Vom 1. September bis 31. Oktober durfte im Netz aus 30 eingereichten Wörtern abgestimmt werden. Und „fly sein“ erreichte nur 4,4 Prozent. Die 20-köpfige Jury aus Schülern, Studenten und Sprachwissenschaftlern aber fanden den Begriff originell. Er komme aus der Hip-Hop-Sprache und fände gerade erst Eingang in die Sprache der Jugendlichen.

Ob Jugendliche wirklich so reden, kann zu Recht bezweifelt werden. Denn das Online-Voting des Verlages steht allen Menschen offen, nicht nur den jungen.

Isso, Hopfensmoothie, Banalverkehr – die eigentlichen Favoriten 2016

  • Mit rund 20 Prozent lag diese Wortschöpfung weit vorne: Isso. Das soll Zustimmung bedeuten und bekräftigt eine Aussage.
  • Dicht dahinter: Vollpfostenantenne. Der berüchtigte Selfiestick, mit dem sich jugendliche Nutzer in allen Lebenslagen fotografieren.
  • Alle über 21 werden auf jeden Fall dieses Wort mögen: den Hopfensmoothie. Das klingt irgendwie gesund und ist doch nichts anderes als das Lieblingsgetränk der Deutschen: Bier.
  • Beliebt war auch die Bambusleitung. Hier darf man sich über eine schlechte Internetverbindung aufregen.
  • Ein Tintling ist ein Tätowierter. Ganz klar: Da ist das Wort Tinte drinnen, die in die Haut beim Tattoo so schmerzvoll eingearbeitet wird.
  • Persönlich finde ich folgende Wortkreation sehr gelungen: Banalverkehr beschreibt einen belanglosen Chatverlauf.
  • Der Fleischdesigner meint einen Chirurgen. Sicherlich einen, der sich ganz der Schönheit und der Modulation hängender Bäckchen und überflüssigem Hüftgolds verschrieben hat.
  • Auch schön: Internetmaier bringen nur online den Mut auf, ihre Meinung zu äußern.
  • Und zu guter Letzt: Der Tindergarten ist eine Sammlung von Kontakten, die auf der Onlinedating-Plattform „Tinder“ auf … ähm … echte Liebe aus sind.

Die vollständige Liste der Abstimmung zum Jugendwort des Jahres 2016 findet ihr hier: www.jugendwort.de

Die Gewinner der letzten Jahre

  • 2015 Smombie • Setzt sich zusammen aus den Begriffen Smartphone und Zombie. Meint Menschen, die ständig auf ihr Smartphone blicken und so stark abgelenkt seien, dass sie ihre Umgebung kaum noch wahrnehmen.
  • 2014 Läuft bei dir • Du hast es drauf!
  • 2013 Babo • Boss, Anführer, Chef.
  • 2012 YOLO • Abkürzung von „you only live once“. Die Aufforderung, eine Chance zu nutzen oder auch die Entschuldigung für falsches Verhalten.
  • 2011 Swag • Beneidenswerte, lässig-coole Ausstrahlung.
  • 2010 Niveaulimbo • Ständiges Absinken des Niveaus. Aus dem Ruder laufende Partys und sinnlose Gespräche unter Jugendlichen.
  • 2009 Hartzen • Arbeitslos sein, „rumhängen“.
  • 2008 Gammelfleischparty • Party für Menschen über 30 Jahren, Ü30-Party.

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